1968er Pappsessel an Berliner Stadtmuseum geliefert
07/12/08
Stadtmuseum Berlin: Ausstellung ‘berlin 68: sichten einer revolte’
10. Juli 2008 – 2. November 2008
Öffnungszeiten: Di, Do-So: 10-18 Uhr, Mi: 12-20 Uhr, Mo: geschlossen
Ort: EPHRAIM-PALAIS, Poststraße 16, 10178 Berlin, Tel.: (030) 24002-121
Mit 1968 verbinden sich Schlagworte wie antiautoritäre Erziehung, sexuelle Revolution und Demokratisierung, aber auch Werteverlust, Aktionismus und Gewalt. Doch was geschah damals tatsächlich, und welche grundlegenden Veränderungen hat die Studentenrevolte bewirkt?
Die Ausstellung dokumentiert acht zentrale Ereignisse zwischen 1966 und 1968: die ersten Eierwürfe auf das Amerika-Haus, das versuchte “Puddingattentat” auf den US-Vizepräsidenten, den Tod von Benno Ohnesorg, die Senatskundgebung für Frieden und Freiheit, die Osterunruhen” nach dem Dutschke-Attentat, die neue Institutssatzung am Otto-Suhr-Institut, den Einmarsch in die ČSSR und die “Schlacht am Tegeler Weg”.
Beim Sichten von Ursachen und Folgen der Ereignisse werden politische und gesellschaftliche, nationale und internationale Entwicklungen deutlich, die Berlin zwischen 1966 und 1968 prägten und veränderten. Beteiligte öffneten dem Museum ihre privaten Archive und ließen es teilhaben, an ihrer persönlichen Sicht auf die Ereignisse vor vierzig Jahren. Auf diese Weise konnten bislang unveröffentlichte Dokumente, Objekte und Filmmaterialien gefunden werden, die neue Einblicke in den Zustand der Stadt und das Lebensgefühl der Menschen ermöglichen.
Für die zeitauthentische Ausstattung des Auditoriums der Ausstellung lieferte Fair-kaeuflich.DE 22, zum Teil in Individualfarbe lackierte Exemplare des “Pappsessel OTTO RAACKE Re-Design von 1968” aus der Serie “Sitze für Besitzlose”.
OTTO gehört zu den ersten industriell gefertigten Pappmöbeln überhaupt und steht heute im MoMa, Vitra Design-Museum und im deutschen Technik-Museum.
OTTO ist zum Sitzen, Bemalen, Lackieren, Tapezieren, Bekleben oder roh lassen und weiterhin ein semi-permanentes Lifestyle-Möbel, ökologisch einwandfrei, recyclefähig und recycled.
Prof. Peter Raacke wurde 1928 in Hanau geboren, erlernte nach der Schulzeit das Goldschmiedehandwerk und absolvierte 1954 die Meisterprüfung als Emailleur.
Von 1958 bis 1993 lehrte er Industriedesign in Kassel, an der renommierten Hochschule für Gestaltung in Ulm sowie an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.
Sein Lebenswerk umfasst vom kreativen Kunsthandwerker zum avantgardistischen Industriedesigner vielfältige Entwicklungsstufen.
Eine reduzierte Formensprache mit funktionaler Ausrichtung und oftmals ökologisch und wirtschaftlich ausgerichteter Nutzung kennzeichnet seine Handschrift.

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